Viele Unternehmen suchen nach einer WordPress-Alternative, und meistens aus denselben Gründen: ständige Updates, Plugins, die sich nach einem Update gegenseitig blockieren, eine träge Website, ein Admin-Bereich voller Hinweise und die nagende Sorge, ob die Seite gerade sicher ist. Die gute Nachricht: Es gibt Alternativen. Die ehrliche Nachricht: Es gibt nicht die eine Alternative, sondern mehrere Wege, die zu unterschiedlichen Betrieben passen.
Dieser Ratgeber sortiert die Möglichkeiten und hilft bei der Frage, welcher Weg für Ihr Unternehmen der richtige ist.
Erst die Frage: Was stört Sie an WordPress?
Bevor Sie das System wechseln, lohnt sich ein ehrlicher Blick auf die Ursache. Viele Probleme liegen nicht an WordPress selbst, sondern daran, wie die Website gebaut wurde: ein überladenes Theme, ein Page-Builder, zu viele Plugins, fehlende Wartung.
- Sicherheit und Updates: Der Aufwand hängt fast immer an der Zahl der Plugins.
- Langsame Ladezeiten: Meist verursacht durch Page-Builder und eingebundene Skripte.
- Unübersichtliche Bedienung: Folge eines Admin-Bereichs, in den jedes Plugin eigene Menüs einbaut.
- Abhängigkeit von Premium-Plugins: Jährliche Lizenzen summieren sich.
Treffen mehrere dieser Punkte zu, lohnt sich der Blick auf eine Alternative. Liegt das Problem nur an einem schlecht gebauten Theme, kann ein sauberer Neuaufbau auf WordPress reichen.
Die Alternativen im Überblick
ProcessWire: das maßgeschneiderte CMS
ProcessWire ist ein Open-Source-CMS, das ohne fertige Themes auskommt. Ein Entwickler baut genau die Felder und Vorlagen, die Ihre Inhalte brauchen. Redakteure sehen eine aufgeräumte Oberfläche, die Website enthält kaum Fremdcode und muss entsprechend selten aktualisiert werden.
Passt zu: Unternehmen mit strukturierten Inhalten (Leistungen, Projekte, Termine, Standorte), die eine langlebige, sichere Website mit einfacher Redaktion wollen. Den direkten Vergleich lesen Sie unter ProcessWire vs. WordPress.
Statische Website mit Astro: ohne Datenbank, ohne Login
Eine statische Website besteht aus fertigen Seiten, die ohne Datenbank ausgeliefert werden. Moderne Werkzeuge wie Astro erzeugen sie automatisch aus Vorlagen und Inhalten. Ergebnis: sehr schnell, kaum angreifbar, kaum Wartung.
Passt zu: Präsentations-Websites, die nicht täglich geändert werden – also die meisten Websites von Handwerkern, Dienstleistern und Vereinen. Hintergründe im Ratgeber Statische Website.
Headless CMS: Redaktion und Website getrennt
Ein Headless CMS verwaltet nur die Inhalte und liefert sie an eine beliebige Oberfläche aus – zum Beispiel an eine statische Astro-Website, eine App oder mehrere Websites gleichzeitig. Bekannte Vertreter sind etwa Directus, Strapi oder Storyblok; auch ProcessWire lässt sich so einsetzen.
Passt zu: Unternehmen, deren Inhalte an mehreren Stellen erscheinen, oder die eine sehr schnelle Website mit komfortabler Redaktion kombinieren wollen.
Kirby und Craft CMS: kommerzielle Alternativen
Kirby (speichert Inhalte in Dateien statt in einer Datenbank) und Craft CMS sind gut gemachte, schlanke Systeme mit kostenpflichtigen Lizenzen für den professionellen Einsatz. Fachlich solide – die Lizenzkosten und die kleinere Zahl an Dienstleistern sollten Sie einplanen.
TYPO3: für große Organisationen
TYPO3 ist ein mächtiges Open-Source-CMS, verbreitet bei Hochschulen, Behörden und Konzernen mit vielen Redakteuren, Rechtestufen und Sprachen. Für eine kleine Unternehmenswebsite ist es meist überdimensioniert.
Baukästen wie Wix, Jimdo oder Squarespace
Website-Baukästen sind schnell eingerichtet und kosten eine monatliche Gebühr. Die Kehrseite: Sie mieten die Website, statt sie zu besitzen. Gestaltung, Ladezeit, Datenschutz und Funktionsumfang sind begrenzt, und ein späterer Umzug ist mühsam.
Passt zu: sehr kleinen Auftritten, die schnell und ohne Budget online gehen sollen.
Vergleichstabelle
| Lösung | Bedienung | Wartung | Sicherheit | Flexibilität | Lizenz |
|---|---|---|---|---|---|
| WordPress | gewohnt, oft überladen | hoch | abhängig von Plugins | hoch über Plugins | frei |
| ProcessWire | schlank, maßgeschneidert | gering | hoch | sehr hoch | frei |
| Statisch mit Astro | über CMS oder Dienstleister | sehr gering | sehr hoch | hoch | frei |
| Headless CMS | komfortabel | gering bis mittel | hoch | sehr hoch | je nach Anbieter |
| Kirby / Craft | schlank | gering | hoch | hoch | kostenpflichtig |
| TYPO3 | komplex | mittel bis hoch | hoch bei Pflege | sehr hoch | frei |
| Baukasten | sehr einfach | keine | Sache des Anbieters | niedrig | Abo |
So treffen Sie die Entscheidung
Drei Fragen bringen Sie meist schnell zur passenden Lösung:
- Wie oft ändern sich Ihre Inhalte, und wer pflegt sie? Selten und durch den Dienstleister: statisch. Regelmäßig durch Ihr Team: ProcessWire oder Headless CMS.
- Wie strukturiert sind Ihre Inhalte? Viele gleichartige Einträge wie Projekte, Produkte oder Termine sprechen für ein CMS mit eigenem Datenmodell.
- Wie lange soll die Website halten? Wer fünf Jahre und mehr plant, sollte Wartungsaufwand und Abhängigkeiten höher gewichten als den schnellen Start.
Und was passiert mit der alten WordPress-Seite?
Ein Systemwechsel ist ein Relaunch und will sorgfältig geplant sein: Inhalte übernehmen, alte Adressen weiterleiten, Google-Platzierungen erhalten. Wie das ohne Verluste gelingt, zeigt unsere Relaunch-Checkliste. Unsere Leistung dazu finden Sie unter Website-Relaunch.
Fazit: Die beste Alternative ist die, die zu Ihrem Alltag passt
WordPress ist nicht schlecht – aber für viele Unternehmenswebsites mehr Werkzeugkasten als nötig. Wer eine schnelle, sichere und pflegeleichte Website will, fährt mit einer statischen Website oder einem schlanken CMS wie ProcessWire oft deutlich besser.
Bei mattschach arbeiten wir genau mit diesen beiden Werkzeugen: Astro für schnelle, statische Websites, ProcessWire, wenn Inhalte gepflegt werden müssen. Wenn Sie über einen Wechsel nachdenken: Schreiben Sie uns – wir schauen uns Ihre aktuelle Seite an und sagen ehrlich, ob sich der Umstieg lohnt.