Google Analytics ist auf vielen Unternehmenswebsites gesetzt, weil es kostenlos ist und „man das eben so macht“. Für Betreiber in Deutschland bringt es aber auch Fragen mit: Einwilligung, Cookie-Banner, Datenübermittlung in die USA, komplexe Berichte, die am Ende kaum jemand liest. Immer mehr Unternehmen suchen deshalb eine Google-Analytics-Alternative.
Dieser Ratgeber zeigt, welche Alternativen es gibt, wie sie sich unterscheiden – und warum die wichtigste Frage nicht „welches Tool?“ lautet, sondern „welche Zahlen brauchen wir überhaupt?“.
Warum Unternehmen von Google Analytics wechseln
- Einwilligungspflicht: Google Analytics setzt Cookies und erstellt Nutzerprofile, die nicht technisch notwendig sind. Dafür ist in der Regel eine Einwilligung nötig, also ein Cookie-Banner. Ein Teil der Besucher lehnt ab – die Zahlen sind damit ohnehin unvollständig.
- Datenübermittlung: Daten fließen an einen US-Konzern. Das ist rechtlich inzwischen über das EU-US Data Privacy Framework geregelt, bleibt aber ein Punkt, den Sie in Ihrer Datenschutzerklärung erklären und verantworten müssen.
- Komplexität: Google Analytics 4 ist auf Marketing-Abteilungen zugeschnitten. Für die meisten kleinen und mittleren Unternehmen ist es schlicht zu viel.
- Ladezeit: Jedes eingebundene Skript kostet Zeit. Schlanke Alternativen sind oft um ein Vielfaches kleiner.
Wir sind eine Agentur, keine Kanzlei: Die rechtliche Bewertung Ihres konkreten Setups gehört im Zweifel in fachkundige Hände. Die technischen Unterschiede können wir aber klar benennen.
Die wichtigsten Alternativen
Matomo
Matomo ist die bekannteste Open-Source-Alternative. Sie können es auf Ihrem eigenen Server betreiben oder als Cloud-Dienst nutzen. Matomo ist sehr umfangreich und kommt Google Analytics im Funktionsumfang am nächsten. Es lässt sich so konfigurieren, dass es ohne Cookies arbeitet.
Passt zu: Unternehmen, die detaillierte Auswertungen brauchen und die Daten vollständig im eigenen Haus behalten wollen.
Plausible
Plausible ist ein schlanker Statistikdienst aus der EU, der ohne Cookies arbeitet und keine personenbezogenen Profile bildet. Das Dashboard passt auf eine Seite: Besucher, Herkunft, beliebte Seiten, Ziele. Es gibt eine kostenpflichtige Cloud-Version und eine selbst betreibbare Variante.
Passt zu: Unternehmen, die verlässliche Kennzahlen ohne Aufwand wollen.
Umami
Umami ist eine freie Open-Source-Lösung, ebenfalls cookielos und sehr leichtgewichtig. Sie läuft auf einem eigenen Server oder als Cloud-Angebot.
Passt zu: Technisch versierten Teams, die eine kostenlose, schlanke Lösung selbst betreiben möchten.
Fathom und Simple Analytics
Zwei weitere kommerzielle, datensparsame Dienste mit ähnlichem Ansatz wie Plausible: wenige, verständliche Kennzahlen, keine Cookies, monatliche Gebühr.
Statistik aus Server-Logs
Jeder Webserver protokolliert Aufrufe ohnehin. Werkzeuge wie GoAccess werten diese Protokolle aus, ganz ohne Skript auf der Website. Die Auswertung ist gröber, dafür entsteht kein zusätzlicher Code im Browser der Besucher.
Passt zu: Websites, die nur grob wissen wollen, welche Seiten wie oft aufgerufen werden.
Vergleich auf einen Blick
| Lösung | Cookies | Betrieb | Umfang | Kosten |
|---|---|---|---|---|
| Google Analytics | ja | sehr groß | kostenlos, mit Einwilligung | |
| Matomo | optional abschaltbar | eigener Server oder Cloud | sehr groß | frei (selbst betrieben) oder Abo |
| Plausible | nein | EU-Cloud oder eigener Server | kompakt | Abo oder frei (selbst betrieben) |
| Umami | nein | eigener Server oder Cloud | kompakt | frei oder Abo |
| Fathom / Simple Analytics | nein | Cloud | kompakt | Abo |
| Server-Logs | nein | eigener Server | grob | meist kostenlos |
Brauchen Sie mit einer Alternative noch einen Cookie-Banner?
Wenn Ihre Statistik ohne Cookies arbeitet und keine Profile bildet, und wenn Ihre Website auch sonst keine nicht-notwendigen Cookies setzt, entfällt in vielen Fällen der Grund für einen Banner. Das ist einer der größten praktischen Vorteile. Wann ein Banner wirklich Pflicht ist, erklärt der Ratgeber Ist ein Cookie-Banner Pflicht?. Auf das Thema Datenschutz in Ihrer Datenschutzerklärung müssen Sie trotzdem eingehen.
Die wichtigere Frage: Welche Zahlen brauchen Sie?
Viele Unternehmen sammeln Daten, die nie jemand auswertet. Für eine typische Unternehmenswebsite reichen meist diese Fragen:
- Wie viele Besucher kommen, und wird es mehr?
- Woher kommen sie? Google, Google-Unternehmensprofil, Empfehlungen, Social Media.
- Welche Seiten werden gelesen? Und welche nie?
- Wie viele Anfragen entstehen? Kontaktformular, Klicks auf die Telefonnummer.
Das beantworten alle cookielosen Alternativen. Was Ihre Website in der Google-Suche leistet, zeigt zusätzlich die kostenlose Google Search Console – ganz ohne Skript auf Ihrer Seite.
Häufige Fragen
Ist Matomo automatisch DSGVO-konform?
Nicht automatisch. Matomo bietet die Möglichkeit, datensparsam zu arbeiten, zum Beispiel ohne Cookies und mit gekürzten IP-Adressen. Entscheidend ist die Konfiguration – und die passende Erklärung in Ihrer Datenschutzerklärung.
Verliere ich meine alten Google-Analytics-Daten?
Die historischen Daten bleiben in Ihrem Google-Konto, solange Google sie vorhält. Exportieren Sie wichtige Berichte vor dem Wechsel. Eine direkte Übernahme in andere Tools ist meist nicht möglich und für kleine Websites auch nicht nötig.
Was kostet die Umstellung?
Das Einbinden einer Alternative ist eine überschaubare Aufgabe. Dazu kommen gegebenenfalls Kosten für den Dienst oder den Server sowie die Anpassung der Datenschutzerklärung. Häufig fällt im selben Zug der Cookie-Banner weg, was Pflegeaufwand spart.
Fazit: Weniger Daten, bessere Entscheidungen
Für die meisten Unternehmenswebsites ist eine cookielose Statistik die bessere Wahl: schneller, einfacher zu verstehen, datenschutzfreundlicher – und oft der Schlüssel zu einer Website ganz ohne Cookie-Banner.
Bei mattschach bauen wir Websites ohne Cookies und datenschutzkonforme Webanwendungen mit genau der Statistik, die Sie wirklich brauchen. Schreiben Sie uns, wenn Sie umsteigen möchten.